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Der Naturpark der bleichen Berge
Der Dolomitenstock, der sich vom orographischen Kern des Sella löst und in der Puez- und Geisler-Gruppe nach Norden wendet, hat seinen äußersten Ableger im Sas de Pütia. Darüber hinaus bilden die Quarzausläufer den Kessel von Lüsen und die Erhebung der Plose, während sich im Westen der Porphyrstock der Raschötz loslöst.Aus dieser Verschiedenheit der geologischen Struktur ergibt sich die Vielfältigkeit der Formen und landschaftlichen Bilder dieser Zone. Zur typischen, tafelförmigen Struktur der grauen und einförmigen Hochebene von Puez, stehen die schlanken und kühnen Formen der Cir-Spitzen und der Geisler, des Sassongher und des Sas de Pütia im Gegensatz.Die Landschaftsbilder dieser Gruppe sind vertieft, herb und streng. Der Blick erschließt ausgedehnte Horizonte: das Auge schweift durch Kilometer und Kilometer über tiefste Einsamkeit, eine Art Mondlandschaft, deren rauhe Wellen, graue Schotterhalden und weiße Felsbänke im Zeichen einer herben Sterilitat stehen.Das Gebiet des Naturparks Fanes-Sennes-Prags ist topographisch leicht abzugrenzen. Im Norden wird der Naturpark begrenzt durch das Pustertal (Ausläufer der Pragser Dolomiten), im Süden durch den Verlauf der Provinzgrenze, die sich teilweise auch mit der Wasserscheide zwischen Rienz und Boite deckt. Im Osten verläuft die Naturparkgrenze durch das Höhlensteintal, im Westen durch das Gadertal.Der Besucher, der den Blick von diesen Hauptzugängen aus auf den Naturpark richtet, hat den Eindruck, daß er sich von einer fast unüberwindlichen und schwer zugänglichen Wand von steilen Gipfeln und Felswänden befindet. In Wirklichkeit aber umgeben diese Gipfel gleichsam schützend ein ausgedehntes Gebiet von Almen und Hochebenen (deren bekannteste zweifelsohne die Fanes-Alm ist), die morphologisch und landschaftlich sehr verschieden voneinander sind.Um diese eigenartige Welt und Landschaft im Herzen der Dolomiten kennen- und verstehen zu lernen, darf man sie nicht nur von ihren Grenzen her betrachten. Man muß dieses Gebiet durchwandern, erleben und gleichsam in sich aufnehmen. Das bedeutet still verweilen an den Ufern des Lech Vërt, die wunderbaren Spiegelungen dieser überwältigenden Bergkulisse in den ruhigen Wassern zu sehen und zu erfahren, ebenso wie die dichten und regelmäßigen Stufen des legendären "Parlaments der Murmeltiere" und verschiedene andere Landschaftsbilder auch. Dieser großartioge Hintergrund in der Ferne findet seine Ergänzung in den sanften und harmonischen Flächen der waldbewachsenen Hänge, die in die von Siedlungen und Gehöften erfüllten Täler hinableiten. |